Powerline (PLC): Internet übers Stromnetz - Weshalb Sie auf diese Technik besser verzichten sollten (Teil 2 vom 06.03.2015)

Powerline (PLC) ist in aller Munde. Das "Internet aus der Steckdose" soll der Heilsbringer sein, wenn es um den kabellosen Internetempfang im ganzen Haus und in jedem Winkel geht. Die PR- und Marketing-Abteilungen der PLC-Hersteller arbeiten auf Hochtouren, um Ihre PLC-Innovation an den Mann zu bringen. Dabei kleckern die Marketingexperten keineswegs mit Anpreisungen der Vorteile einer Internet-Verbindung über das hauseigene Stromnetz. Diese Pressemitteilungen beeindrucken auch Journalisten und Redakteure, die sich diesem Hype kritiklos hingeben und ganz dabei vergessen die PLC-Technik kritisch zu hinterfragen.

Powerline (PLC): das "Drama" um den Störenfried geht weiter

Noch immer wird die mangelhafte, störungsverursachende WLAN-Technik sogenannter PLC-Adapter massiv angepriesen und verteidigt. Ja selbst das ZDF-Magazin WISO findet in seinem Beitrag vom 26.Januar 2015 diese Technik hervorragend und empfiehlt sogar das ganze Wohnhaus über ein PLC-Netz mit Internet zu versorgen. Der Redakteur stellt in völlig unkritischer Weise die PLC-Technik als "Wundermittel" gegen Funkschatten von Wlan-Internet-Netzen dar. Anstelle sorgfältiger journalistischer Recherche über Pro und Kontra der PLC-Technik zu berichten, gleicht dieser WISO-Bericht eher der Abschrift einer Pressemitteilung der PLC-Hersteller. Aber was der Herr Redakteur eines öffentlich-rechtlichen "Qualitäts-"Senders nicht leistet, kann ja PC-PRAKTISCH nachholen. Tatsächlich versursacht die PLC-Technik nachgewiesenerweise erhebliche Störungen in TV-Geräten, Radios, Funkgeräten etc. Auf diese "Frequenzverschmutzungen" weisen Funk-Experten und Verantwortliche des "Deutschen Amateur-Radio Clubs" (DARC) bereits seit Jahren hin. (Info-Link: DARC - Verbandsbetreuung PLC)

Warum Sie Powerline-Communication (PLC) nicht verwenden sollten...

Mit PLC - also Internet aus der Steckdose - machen Sie Ihr eigenes Haus zum Strahlenkäfig! Die ungeschirmten Stromleitungen in Häusern, welche die PLC-Technik zum Daten-Transfer nutzt, werden zur (Funk-)Antenne. Daten werden im gesamten Kurzwellenbereich ausgesendet und andere Funkdienste und Kurzwellenhörer, wie z.B. Funkamateure, massiv gestört. Kunden bestätigen uns immer wieder die schlechte Übertragungsleistung dieser PLC-Geräte und fragen uns nach Lösungen und Alternativen. Wir von PC-PRAKTISCH empfehlen hier eindeutig PLC zu entfernen und auf "herkömmliche" bewährte WLAN-Lösungen zurückzugreifen.

Mit den aktuell erhältlichen Geräten und WLAN-Repeatern lässt sich ein sicheres mit WPA2 verschlüsseltes Netz im 2,4 und 5 GHz-Bereich aufbauen. Diese Frequenzen sind exklusiv für solche Anwendungen freigegeben und reserviert, so dass ein störungsfreier Betrieb gewährleistet ist und es nicht zum Ärger mit Nachbarn kommen kann, der durch Ihre PLC-Installation möglicherweise gestört wird.
Ein weiterer Vorteil des 2,4 und 5 GHz-Bereichs besteht darin, dass inzwischen viele WLAN-Geräte beide Frequenzbänder automatisch nützen, so dass ein sehr hoher Datendurchsatz gewährleistet ist.
Allerdings sollte man auch immer bedenken, dass in manchen dichtbesiedelten Gebieten oder Wohnblöcken viele Personen gleichzeitig mit ihren Geräten (wie Smartphone, Tablet, Notebook, Smart-TV, Baby-Phone etc.) die Funkverbindung benützen. Da die Funkfrequenz-Bandbreite begrenzt ist gilt: Je mehr Personen denselben Funkkanal / -frequenz benützen, desto geringer ist die Übertragungsgeschwindigkeit und es kann zu Störungen der Funkverbindung kommen (das ist übrigens auch das große Problem bei LTE - daher wird in der Werbung immer gesprochen von "maximaler Übertragungsgeschwindigkeit von..."). Die Funkkanäle sind dann schlicht überlastet.

Wohnen Sie in einem Gebiet mit vielen privaten Funknetzen empfehlen wir den meistens von Werk aus eingestellten (automatischen) Funkkanal am Router zu wechseln. Dies können Sie über die Software zur Einstellung und Konfiguration Ihres Routers selbst machen, oder einen Experten von PC-PRAKTISCH hinzurufen. Im übrigen können Sie ohne Bedenken am Router auf einen weniger stark benutzten Funkkanal umstellen. Ihre vernetzen WLAN-Geräte werden nach der Kanalumstellung weiterhin online gehen können und meistens sogar wesentlich schneller Daten senden und empfangen. (Sie dürfen nur nicht die SSID - also die WLAN-Netzkennung - ändern)

Sollte es dennoch zu Verbindungseinbrüchen oder gar Totalausfall der Funkverbindungen kommen, dann hilft hier nur eines: das alt bewährte LAN-Netzwerkkabel, das Sie am besten direkt am Router einstecken. Damit ist die Datenverbindung sehr sicher und auch viel schneller. Mit kabelgebundenem Internet haben Sie die volle Bandbreite Ihres Anschlusses. Dies macht sich vor allem dann bemerkbar, wenn aufwändige Spiele oder Live-Übertragungen (z.B. Skype) genutzt werden wollen.

Router für Wlan-Betrieb richtig platzieren

Unsere Erfahrungen zeigen, dass Router für den WLAN-Betrieb oft an den falschen Stellen in den Räumen aufgestellt werden. Da es sich um sehr hohe Frequenzen (2,4 GHz = 2400 MHz - das ist Microwelle) handelt und die Sendeleistung nur sehr gering ist - damit keine Gesundheitsschäden verursacht werden - sollten Sie den Router möglichst hoch und frei im Raum aufstellen / montieren. Ein Platz auf dem Bücherregal ist allemal besser als am Boden oder unter dem Schreibtisch. Auch Installationen im Keller sind natürlich für WLAN-Funkwellen äußerst ungünstig. Aber selbst dann kann man mit zusätzlichen WLAN-Repeatern arbeiten, um so die Reichweite der Funkwellen im ganzen Haus vernünftig zu optimieren.

Hat Ihr Router außen angebrachte Antennen, können Sie diese auch versuchsweise anders ausrichten. Funkwellen gehen nicht immer den "direkten" Weg zum Empfänger. Vielmehr werden Funkwellen z.B. an Wänden und Decken reflektiert und in verschiedenste Richtungen abgestrahlt. Wollen Sie größere Entfernungen (z.B. Firmengelände) überbrücken, kann man auch externe Antennen einsetzen, die Ihnen PC-PRAKTISCH gerne beschafft und installiert.

Wie kann Ihnen PC-PRAKTISCH helfen?

PC-Praktisch hilft Ihnen beim Auf- und Umbau Ihres Heimnetzes.
Lassen Sie sich schon vor dem Kauf neuer Geräte von uns beraten, um später Kosten zu vermeiden. Wir beraten Sie herstellerunabhängig und bedarfsorientiert.
Sprechen Sie mit uns, bevor Sie einen Vertrag bei einem Kommunikationsanbieter abschließen, denn häufig gibt es schon beim Abschluss des Vertrages wichtige Dinge zu beachten die später zur Kostenfalle werden können. (Zum Beispiel: Freischaltung der WLAN-Funktion im Router durch den Kabelnetzbetreiber)

 

Weiterführende Quellen:

 

PC-PRAKTISCH Tipps und Hilfen Technik, WLAN, TV, Mobiltelefon, Tablet Powerline (PLC): Internet übers Stromnetz - Weshalb Sie auf diese Technik besser verzichten sollten (Teil 2 vom 06.03.2015)